Staatstheater Meiningen
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Lieder zwischen Tradition und Moderne

Neben Oper, Musical und Schauspiel bietet das Staatstheater Meiningen im Dezember hochromantische Liedkunst, die zu Herzen geht. Lena Kutzner begeistert zurzeit Publikum und Presse unter anderem als lebensfrohe Marietta in Korngolds „Die tote Stadt“. Nun ist sie auch mit Perlen der Liedkunst zu hören – zum Dahinschmelzen schön und gleichzeitig anspruchsvoll!

Am 18.12. um 11.15 Uhr im Foyer des Großen Hauses lassen Lena Kutzner (Gesang) und Mark Johnston (Klavier) Lieder auf der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert erklingen: Werke von Alban Berg, Joseph Marx, Richard Strauss und Erich Wolfgang Korngold.

Es ist eine Zeit des musikalischen Umbruchs, die von romantischen Motiven, Naturbeschreibungen, impressionistischen Klängen und spannenden Experimenten mit klassischer Harmonik geprägt ist. An diesem Wendepunkt entstehen die 7 frühen Lieder Alban Bergs; lange vor seinen Opern „Wozzeck“ oder „Lulu“. Bergs Lieder handeln von Liebe und sind seiner späteren Frau Helene gewidmet. Für die international erfolgreiche Sängerin Diana Damrau sind es „ganz besondere Lieder, die eine große Anziehungskraft haben“ (Interview mit BR-Klassik, 2015). Sie stehen wirklich zwischen Tradition und Moderne und haben dabei alle „eine völlig eigene Farbigkeit“, findet auch Lena Kutzner. Gleichermaßen schöpft Joseph Marx in seiner impressionistischen „Nocturne“ das harmonische Spektrum aus – ein zu Unrecht unbekanntes Juwel der deutschen Spätromantik. Populär ist von Richard Strauss vor allem „Also sprach Zarathustra“, seine Oper „Salome“ oder der „Rosenkavalier“, aber auch in seine Liedkompositionen lohnt es, einen Blick zu werfen. In der 2. Liedmatinee dieser Spielzeit präsentiert Kutzner drei völlig unterschiedliche Stücke, die mal pastellig leicht, mal rhythmisch raffiniert, witzig und schließlich tief berührend sind. Auch das Wunderkind Erich Wolfgang Korngold hat neben seiner Oper „Die tote Stadt“ und Filmmusiken, die ihm in Hollywood Star-Status einbrachten, Kunstlieder geschrieben. Obwohl sie sich mit der Verarbeitung von Tod und Trauer befassen, enden sie so heiter und versöhnlich – man fühlt sich kurzzeitig sogar an ein Schumann-Lied erinnert.

Julia Terwald, Musiktheaterdramaturgin

 

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