Staatstheater Meiningen
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Der Staat Norwegen verhilft zur Opern-Uraufführung „Gespenster“

(c) Kuk Sung Han © Christina Iberl
(c) Kuk Sung Han

Eine Oper für Meiningen

Wenn sich am 23. Februar am Staatstheater Meiningen der Vorhang für die Uraufführung der Oper „Gespenster“ hebt, dann ist der Dank für dieses Theaterereignis auch mehr als 1000 Kilometer gen Norden gerichtet. Nach Norwegen, der Heimat des Dichters Henrik Ibsen und des Komponisten Torstein Aagaard-Nilsen. Nach Norwegen, wo gleich sechs verschiedene Stiftungen und Fonds ihren Sitz haben, die alle diese Oper für Meiningen unterstützen.

Es war im Jahr 2017, als Aagaard-Nilsen – dem Meininger Publikum bereits durch mehrere Sinfoniekonzerte bekannt – eine Chance erhielt, wie sie ein Komponist vielleicht einmal im Leben erhält: den Auftrag, eine Oper zu schreiben, mit der Zusage einer Uraufführung an historisch bedeutsamer Stelle. Meiningen war es nämlich, wo auch das Drama „Gespenster“ zur deutschen Erstaufführung kam. 138 Jahre ist das her, damals, 1886 saß Ibsen selbst in Meiningen im Publikum.

Mit einem Schreiben des damaligen Intendanten Ansgar Haag wendet sich Aagaard-Nilsen 2017 an verschiedene norwegische Fonds und Stiftungen – höchst erfolgreich. Die Liste der Förderer ist lang: Der norwegische Kulturfonds, der Entschädigungsfonds der Komponisten, die Fegersten-Stiftung, der Fond für Ton und Bild sowie die norwegische Verwertungsgesellschaft TONO unterstützen den dreijährigen Arbeitsprozess bis 2020. Ein sechster Förderer, Music Norway, finanziert seinen Aufenthalt während der aktuellen Probenphase in Meiningen.

Das Unbekannte und Ungewöhnliche zeigen

Neben bekannten Werken immer wieder auch das Unbekannte, das Ungewöhnliche zu zeigen, ist eine Linie, die Intendant Jens Neundorff von Enzberg mittlerweile in der dritten Spielzeit am Staatstheater Meiningen verfolgt – mit einem großen Zuspruch seitens der Zuschauer wie auch des überregionalen Feuilletons. Das begann 2021 mit Händels „Amadigi di Gaula“, setzte sich mit den Wiederentdeckungen von „Santa Chiara“ und dem kürzlich mit einem europäischen Oper! Award als „Beste Wiederentdeckung“ ausgezeichneten „Ivan IV“ fort und wird auch in dieser Spielzeit mit Wagners selten gespieltem Jugendwerk „Die Feen“ und der Uraufführung des Opernauftragswerks „Gespenster“ weitergeführt.