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Tanzen gegen den Tod | »Giselle« Ballett des Landestheaters Eisenach

Tänzerin Cara Verschraegen als Giselle, Foto: Carola Hoelting
Tänzerin Cara Verschraegen als Giselle, Foto: Carola Hoelting

Mädchen trifft Junge, Junge trifft Mädchen – es könnte so einfach sein. Bei Giselle und Prinz Albrecht ist dem nicht so. Wir befinden uns in einer scheinbar idyllischen Dorfgemeinschaft. Hilarion hat große Hoffnungen, Giselle für sich zu gewinnen. Aber auch Albrecht, der junge Herzog, der sich jedoch nicht als solcher zu erkennen gibt, hat ein Auge auf Giselle geworfen. Schnell verlieben sich die beiden. Als Hilarion dies bemerkt, kommt es zu einer ernsthaften Konfrontation. Mit ertönenden Jagdhörnern tritt Bathilda, Albrechts adelige Verlobte, mit ihrem Hofstaat auf. Zwischen ihr und Giselle entspinnt sich spontan eine Freundschaft, da sich beide in ihrer Leidenschaft für den Tanz treffen. Inzwischen hat der eifersüchtige Hilarion Albrechts Schwert und dessen wahre Identität entdeckt und entlarvt ihn vor der Dorfgesellschaft. In kurzer Zeit stellt sich heraus, dass Albrecht und Bathilda verlobt sind. Giselle ist verzweifelt bis zum Wahnsinn. Sie stirbt an gebrochenem Herzen in Albrechts Armen.Hilarion besucht schuldbewusst Giselles Grab auf einer baumumstandenen Lichtung. Als er einer ersten Konfrontation mit den Willis – Frauen, die vor ihrer Hochzeit gestorben sind, dennoch lustvoll so lange mit jungen Männern tanzen, bis diese tot umfallen – entkommt, flieht er in panischer Angst. Viele Männer mussten an die Rache der Willis glauben und müssen in ewiger Wiederholung im Reich der Untoten verharren. Angeführt werden sie von Myrtha, die auch Giselle in ihre Reihen aufnimmt. Albrecht trauert an Giselles Grab, wo ihm die Tote schließlich erscheint. Ein letztes Mal tanzen sie zusammen. Ihr Reigen wird von den zurückkehrenden Willis unterbrochen, die Hilarion verfolgt haben und ihn nun zu Tode tanzen. Auch Albrecht soll nicht entkommen. Gemeinsam tanzen Giselle und Albrecht gegen den Tod an, bis ein Glockensignal das Ende der Geisterstunde ankündigt. Albrecht bleibt am Leben, Giselles Liebe über den Tod hinaus, hat ihn gerettet.

Basierend auf Heinrich Heines Version der Willis-Sage, erlebte das Ballett 1841 seine Uraufführung an der Pariser Oper. Adolphe Adam entwarf eine romantische Klangwelt, die weit mehr als bloß Begleitmusik des Tanzes war, sondern die
große Dramatik der italienischen Musica Lirica und die Drastik der Grand Opéra ins Ballett überführt. Kleine, poetische Szenen und große, energiegeladene Ensemblesequenzen laden auch heute zur spannungsvollen Entdeckung ein.

Claudia Forner, Musiktheaterdramaturgin

Vorstellungstermine und Tickets

„Giselle“
Uraufführung, Ballett von Adolphe Adam, in einer Bearbeitung von David Gartorth
Musikalische Leitung: Markus Huber · Choreografie: Andris Plucis · Bühne: Betty Otto · Kostüme: Danielle Jost · Mit: dem Ballettensemble des Landestheaters Eisenach · Meininger Hofkapelle
Premiere: FR, 10.02., 19.30 Uhr
Termine: 18.02., 19.02., 07.05., 02.06., 08.07.2023 – Großes Haus