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Was ihr wollt

Komödie von William Shakespeare
In der Übersetzung von Gabriella Bussacker und Jan Bosse


In Shakespeares ausgelassenster und zugleich radikalster Komödie herrscht karnevaleske Anarchie. Als die schiffbrüchige Viola an der Küste des paradiesischen Illyriens strandet, setzt sich ein Liebeskarussell in Gang. Doch sowohl Herzog Orsino als auch Gräfin Olivia und erst recht der Haushofmeister Malvolio laufen mit traumwandlerischer Sicherheit der oder dem Falschen nach. Eine Doppelhochzeit beschließt diese aberwitzige Verwechslungskomödie, doch ein echtes Happy-End-Feeling will nicht aufkommen. Denn bevor der Mensch bereit ist zu wahrer Liebe, muss er sich die Frage stellen, die der Narr in einem ebenso klugen wie schlichten Vers formuliert: Wer bin ich, und wenn ja warum?

Der unvergleichliche Menschenkenner Shakespeare lässt uns in Was ihr wollt tief in die Seele seiner tragikomischen Held:innen blicken. Die Figuren sind unablässig auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, den sie in der Liebe vermuten. Um deren Wesen zu erforschen, bricht Shakespeare äußerst virtuos die Geschlechterzuschreibungen auf und schafft so immer neue Verwicklungen weitab von heteronormativen Setzungen. Was ihr wollt verspricht in einer rein männlichen Besetzung – historisch völlig korrekt! – ein Spiel mit Rollenklischees zu werden, ein lustvoller Beitrag zur Gender-Debatte und eine augenzwinkernde Reflexion über toxische Männlichkeit.


Tipp: Ausstellung mit Historischen Kostümskizzen zu "Was ihr wollt"

Vom 24.9.-30.11.2022 zeigen wir im Foyer der Kammerspiele eine Ausstellung mit historischen Kostümskizzen zu "Was ihr wollt". Entstanden in Zusammenarbeit mit dem Meininger Theatermuseum "Zauberwelt der Kulisse". Herzliche Einladung, die beeindruckenden Zeichnungen von Theaterherzog Georg II. im Dialog mit den aktuellen Stückfigurinen von Christian Rinke im Foyer zu bestaunen!

 

   

historische Skizzen von Herzog Georg II, Figurinen von Christian Rinke, 2022

 

 

Regie: Frank Behnke

Bühne, Kostüme: Christian Rinke

Musikalische Leitung Band und Komposition: Lukas Umlauft

Band "Illyrics": Gunnar Blume / Florian Winkel ( 19.10.) (Percussion)/Leo Goldberg (E-Piano)/Lukas Umlauft (Gitarre, E-Gitarre)/Jan Wenglarz (Bass)

Sound: Matthias Schubert

Dramaturgie: Olaf Roth

Besetzung

(06.11.2022, 19:00)

Orisno, Herzog von Illyrien: Lukas Umlauft

Viola, später als Cesario verkleidet: Leo Goldberg

Narr: Marcus Chiwaeze

Sir Toby, Olivias Onkel: Renatus Scheibe

Sir Andrew, Freund von Sir Toby: Gunnar Blume/Stefan Willi Wang

Olivia, eine Gräfin: Yannick Fischer

Malvolio, Olivias Haushofmeister: Vivian Frey

Sebastian, Violas Zwillingsbruder: Jan Wenglarz

Trailer

Pressestimmen

Dass in dem Karnevalstreiben dieser gewisse silberne Unterton von Traurigkeit nicht verstummt, ist die Leistung Shakespeares. Frank Behnke und Bühnenbildner Christian Rinke haben das Stück so auf die Bühne gebracht, dass genau dieses feine glänzende Fädchen Melancholie durch die gesamten zweieinhalb Stunden Spielzeit nicht abreißt.

Meininger Tageblatt, Sigrid Nordmeyer, 27.09.2022

 

Behnke hat mit den Männern im Schauspiel ein super Team, das mit Spielfreude große Kunst bietet.

Meininger Tageblatt, Sigrid Nordmeyer, 27.09.2022

 

Der Clou in „Was ihr wollt“ ist in Meiningen die Band „Illyrics“. Lukas Umlauft, Leo Goldberg, Jan Wenglarz und Gunnar Blume spielen live und mit professioneller Lässigkeit.

Meininger Tageblatt, Sigrid Nordmeyer, 27.09.2022

 

Shakespeare als reines Jungstheater! Irgendwie hat es etwas Provokantes, die beiden einzigen Frauenfiguren im Stück mit Männern zu besetzen. Mit Travestie hat das in der Inszenierung von Frank Behnke aber nichts zu tun. Die Figuren werden existentiell ausgelotet. Das Bühnenbild besteht aus einer Bühne auf der Bühne und viel silbernem Lametta, ein Setting, der jedem, der sich traut, einen kinoreifen Auftritt garantiert, ob Seelenstriptease oder auch zeitlose Slapstick-Nummer…

MDR Kultur, Marlene Drexler, 27.09.2022

 

Dank des überwältigenden Ensembles vergisst man schnell, dass alle Darsteller Männer sind. Welch Wunder! Schnell verflüchtigt sich „das“ Männliche und „das“ Weibliche. Man konzentriert sich auf das geschlechterübergreifende Spiel der Eitelkeiten.

Mainpost, Siggi Seuß, 09.11.2022

 

Ein rundum faszinierender Abend und eine Begegnung mit sich selbst!

Mainpost, Siggi Seuß, 09.11.2022