2. Sinfoniekonzert + 1. Jugendkonzert mit Werken von Bach, Brahms und Bartók
Mit drei Mal „B“ durch die Jahrhunderte
Drei Komponisten, drei musikalische Welten: Werke von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms und Béla Bartók prägen das 2. Sinfoniekonzert unter der Leitung von GMD Killian Farrell. Dabei spannt sich der Bogen nicht nur über zweieinhalb Jahrhunderte Musikgeschichte, sondern reicht von intimer Kammermusik über das spätromantische Solokonzert bis zur großen Sinfonik des 20. Jahrhunderts.
Gerade weil Bachs „Brandenburgische Konzerte“ keinen eigentlichen Zyklus bilden, besticht jedes einzelne durch seine ganz individuelle Instrumentierung mit einem besonderen Klangkosmos. Im sechsten und letzten fehlen die Violinen und Bläser, wodurch Bach eine dunkle, innige Atmosphäre hervorzaubert. Das „Doppelkonzert für Violine und Violoncello“ von Johannes Brahms steht in der Literatur nahezu einzigartig da.
Obwohl Brahms nach Vollendung seiner 4. Sinfonie mit Kompositionen großer orchestraler Werke abgeschlossen hatte, drängte ihn 1886 ein persönlicher Anlass zu jenem a-Moll Konzert. Seit Jahren schwelte ein unausgesprochener Konflikt zwischen ihm und seinem Geigerfreund Joseph Joachim, den Brahms glaubte, nur musikalisch lösen zu können. Und so entstand das Doppelkonzert als Versöhnungsangebot mit sehr persönlichem Charakter. Als Interpreten werden die Geschwister Charlotte und Friedrich Thiele zu erleben sein, zwei der renommiertesten Künstler der jüngeren Generation, die erst im vergangenen Jahr ihr Debüt mit diesem Konzert in der Dresdner Philharmonie gaben.
Der zweite Teil ist Béla Bartóks „Konzert für Orchester“ gewidmet – das letzte große Werk des in Meiningen selten gespielten Ungarn. In seiner Heimat gefeiert, sah sich Bartók 1940 aus politischen Gründen veranlasst, in die USA zu emigrieren. Glücklich war er dort nicht. Orchester boykottierten seine Werke, was finanzielle Existenznöte zur Folge hatte. Schließlich bewog ein Angebot des legendären Bostoner Dirigenten Serge Koussewitzky den bereits todkranken Komponisten zu einem fünfsätzig angelegten Orchesterkonzert, das gleichzeitig mit seiner Dramaturgie vom Dunkeln zum Licht das Resümee seines Lebens offenbart.
Tipp: Im vormittäglichen Jugendkonzert, moderiert von Charlotta Linke, Schülerin des Evangelischen Gymnasiums, haben gern auch reifere Generationen die Möglichkeit, Hintergründe zu Bartóks grandiosen Werk zu erfahren. Nutzen Sie die Gelegenheit!
Claudia Forner
2. Sinfoniekonzert: MI, 11.11.2026, 19.30 Uhr – Großes Haus, Einführung um 18.45 Uhr – Foyer
Dirigent: GMD Killian Farrell, Solisten: Charlotte Thiele (Violine), Friedrich Thiele (Violoncello), Alexander Lipkind (Viola), Gideon Wieck (Viola), Meininger Hofkapelle
1. Jugendkonzert „Konzert für Orchester“: Mi, 11.11.2026, 10.00 Uhr – Großes Haus
Dirigent: GMD Killian Farrell, Meininger Hofkapelle