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Eine unerhörte Theaterliebe: Das Musical „Der Herzog & Ich“

Alexander Auler singt und spielt Georg II., Foto: C. Iberl
© Christina Iberl
Alexander Auler singt und spielt Georg II., Foto: C. Iberl

Ohne Herzog Georg II. und seine dritte Frau, die Schauspielerin Ellen Franz, später Freifrau Helene von Heldburg, wäre Meiningen als Theaterstandort nicht, was es ist. Die Liebe zum Theater in all seinen Facetten verband das Paar und trug den Namen der „Meininger“ in die Welt hinaus. Als Höhepunkt im Jubiläumsjahr 2026 feiert die Musical-Auftragskomposition „Der Herzog & Ich“ seine Uraufführung am Staatstheater Meiningen.

Die Briefe von Georg II. und Ellen zeugen davon, dass ihre Liebe weit über die erste Verliebtheit hinausging und sie bis an ihr Lebensende verbunden hat. Ausgehend von der Beisetzung Georgs II. am 28. Juni 1914 erzählt das Musical als Rückblende das Kennenlernen des großen Theaterpaares aus der Sicht Ellens. Als junge Schauspielerin kam sie an den Hof ihres späteren Mannes, den ihr Witz und ihre Präsenz sofort beeindruckten. Im Zentrum von „Der Herzog & Ich“ steht nicht nur die verbotene Liaison, sondern ein revolutionärer künstlerischer Aufbruch: Aus dieser Verbindung entsteht ein neues Verständnis von Bühne, Ensemblekunst und Regie, das bis heute modernes Theater prägt. Das Musical erzählt von der gemeinsamen Suche nach Wahrheit auf der Bühne wie im Leben und dem Kampf gegen Intrigen und Dogmen.
Zwischen höfischem Glanz und künstlerischem Aufbruch entfaltet sich ein dramatisch-amüsantes Spiel aus Leidenschaft, Sprachwitz und Poesie – getragen von einer mitreißenden Partitur.
In ihrer romantischen Komödie fokussieren sich Librettist Titus Hoffmann und der Emmy-prämierte Komponist Christoph Zirngibl auf Ellen Franz’ Perspektive auf das gemeinsame Leben und Schaffen mit Georg II. Dadurch ermöglichen sie im Georgjahr 2026 einen wichtigen Blick auf die prägende Frau im Leben des Herzogs und auf die Entwicklung des Theaters, nicht nur in Meiningen, sondern auch weit darüber hinaus. Am Ende dieser Liebesgeschichte Georgs und Ellen stehen
die Tourneen, die den „Meiningern“ zu Weltruhm verholfen haben.

Regisseur Cusch Jung, dessen „Jekyll & Hyde“-Produktion am Staatstheater Meiningen zuletzt zwei Spielzeiten in Folge gefeiert wurde, wird diese musikalische Hommage an Georg II. und Helene von Heldburg und ihre (Theater-)Liebe inszenieren und damit am 5. Dezember 2026 zum Finale des Georgsjahres noch einen Höhepunkt präsentieren.
Die Hauptrolle der Ellen Franz spielt Musical-Star Sophie Berner.

Ebenfalls Ende 2026 erscheint das Kunstbuch „Georg II. und die Magie eines Theaters“, in dem die visuelle Wirkung der Bühnenbilder des Herzogs und seine Bedeutung für das Theater heute gefeiert wird.

Dr. Bernhard F. Loges, des. Chefdramaturg

Premiere "Der Herzog & Ich": Sa, 05.12.2026, 19.30 Uhr – Großes Haus

Weitere Termine, Infos und Karten


Spannend übrigens auch, wie sich Komponist Christoph Zirngibl dem Musical annäherte: 

Einblicke in das kompositorische Schaffen zum Georgs-Musical 

Liebes Publikum,

manchmal beginnt Musik nicht am Klavier, sondern in der Stille einer Leseecke. Nach langen Gesprächen mit unserem Librettisten Titus Hoffmann stieß ich in einer Publikation über Georg II. auf etwas, das mir den Herzog auf musikalische Weise nahbar machte: seine Liebe zu Beethovens Streichtrios, die wohl oft zu seinem privaten Vergnügen in der Elisabethenburg erklangen – nur für ihn. Besonders das Trio op. 9 Nr. 2, II. Satz berührte mich tief. Ich stellte mir vor, wie Georg mit Skizzenblock in der Hand den Musikern lauscht, zeichnet, träumt – und plötzlich war er da: der erste Song, den ich für „Der Herzog & Ich“ geschrieben habe: „Sie Allein“. Es schien mir nur konsequent, dieses Trio in der Einleitung zu zitieren – als stille Verbeugung.
Einen lebendigen Kontrapunkt bildet Ellen Franz’ Musik: rhythmischer, in der Pop-Musik verankert, voller Energie. Die Reise des jungen Paares und ihrer Wegbegleiter in unserem Musical bewegt sich zwischen filmmusikalischer Opulenz, mitreißenden Ensemblenummern, intimen Chanson-Momenten und spritzigen Komödienszenen.

Es ist mir eine Freude und Ehre, diese prägenden Persönlichkeiten des modernen Regietheaters und der Stadt Meiningen einem neuen Publikum näherzubringen.
Ich hoffe, Sie empfinden ab dem 5. Dezember beim Hören eine ebenso große Freude, wie wir sie beim Schreiben erlebt haben.

Christoph Zirngibl, Komponist