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Eine Warnung vor dem Abgrund: Erich Kästners „Fabian“

Erich Kästner im Münchner Herzogpark, 1962, Foto: Barbara Niggl Radloff, Quelle: https://sammlungonline.muenchner-stadtmuseum.de/objekt/erich-kaestner-im-herzogpark-10217480.htm
© Christina Iberl
Erich Kästner im Münchner Herzogpark, 1962, Foto: Barbara Niggl Radloff, Quelle: https://sammlungonline.muenchner-stadtmuseum.de/objekt/erich-kaestner-im-herzogpark-10217480.htm

Eine Warnung vor dem Abgrund: „Fabian“

Der gebürtige Meininger Marten Straßenberg inszeniert Erich Kästner in den Kammerspielen

Marten Straßenberg wurde nicht nur in Meiningen geboren, er begann hier auch seine Theaterlaufbahn. Er agierte auf und hinter der Bühne, spielte und assistierte im Theater-Jugendclub. Bis er schließlich am Landestheater Coburg als Regieassistent engagiert wurde. Gleich in seiner ersten Spielzeit folgte dort seine erste Inszenierung. Seitdem sind einige Jahre ins Land gezogen. Straßenberg ist mittlerweile studierter Regisseur und kann auf gut ein Dutzend Inszenierungen zurückblicken. Sein Debüt in Meiningen ist Erich Kästners Schlüsselroman zum Ende der Weimarer Republik: „Fabian“.

Im Jahr 1930 eroberte das Kinderbuch „Emil und die Detektive“ nicht nur die Ladentheken, sondern auch die Theaterbühnen und die Kinoleinwand. Kästner erlangte Weltruhm. Mitten im privaten Taumel des Glücks bahnte sich gesellschaftlich jedoch eine verheerende Entwicklung an: Deutschland gelang es in 15 Jahren Weimarer Republik nicht, eine demokratische Regierung zu etablieren. Die verschiedenen sozialen Schichten fanden keine gemeinsame Basis, sie positionierten sich nur im Gegen- und nicht im Miteinander. Georg Grosz reflektierte 1955 über die Dreißigerjahre: „Jetzt darf jeder reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und jetzt redet jeder von Putschen und Streiks, von Belagerungszustand und bevorstehenden Staatsstreichen.“

Kästner wollte mit seinem Roman „Fabian“ vor dem Abgrund warnen, dem Deutschland sich näherte: Die Geschichte spielt in Berlin kurz vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Um dem Trübsinn zu entkommen, stürzen sich die Menschen ins Berliner Nachtleben. Mittendrin der Germanistikstudent Jakob Fabian, selbst ernannter Moralist. Zusammen mit seinem Freund Labude zieht auch er durch die Bars und Clubs. Sein Geld verdient er als Werbetexter. Dann verliebt er sich in Cornelia. Doch das Glück währt nur kurz, bald verlässt sie ihn, gleichzeitig wird er arbeitslos und sein Freund Labude begeht Suizid. Für Fabian wird es immer schwieriger, sich gegen den großstädtischen Sittenverfall zu wehren.

Katja Stoppa, Schauspieldramaturgin


„Fabian oder Der Gang vor die Hunde“
von Erich Kästner
für die Bühne bearbeitet von Marten Straßenberg
Regie: Marten Straßenberg • Bühne, Kostüme: Juliane Längin • Dramaturgie: Katja Stoppa
mit: Noemi Clerc, Evelyn Fuchs; Florian Graf, Leonard Pfeiffer, Erik Studte, Rico Strempel

Premiere: Sa, 14.03.2026, 19.30 Uhr – Kammerspiele
weitere Termine: 16.03., 17.03., 18.03., 29.03., 10.04., 02.05., 08.05., 29.05., 02.07., 05.07.2026
Einführungen je 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer
Kostprobe: DO, 05.03., 19.00 Uhr – Kammerspiele, Eintritt frei

 

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