Leben mit dem SED-Regime: Wir möchten Ihre Geschichten erzählen!
Die Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte, des geteilten und wiedervereinigten Deutschlands und der Nachwendezeit bis heute, hat Hochjunktur. Die Biografien vieler Menschen sind von historisch bedeutsamen Ereignissen zwischen 1949 und 1989 geprägt.
Sie haben unmittelbar, am eigenen Leib, erfahren, wie das SED-Regime in die Privatsphäre der Menschen eindrang, vor der Familie nicht haltmachte, wie Berufsverbote verhängt oder Studienplätze entzogen, Firmen enteignet oder andere Repressionen verhängt wurden. Die Liste der Eingriffe in das Leben des Einzelnen ist lang.
Heute stehen wir als Gesellschaft vor der Aufgabe, einen Drahtseilakt zu vollziehen – zwischen distanziertem, nüchternem Blick auf die Fakten und Bewahren der Erinnerungen durch Wiederholen und Nachfragen.
Erinnerungskultur ist nach 1945 ein hohes Kulturgut geworden und sie wird gerade jetzt wieder infrage gestellt. Die letzten Zeitzeugen der NS-Diktatur sterben und mit ihnen droht der Schrecken zu verblassen. Auch das Unrecht, das im Namen der SED-Diktatur verübt wurde, fällt dem Vergessen, sogar der Verharmlosung zum Opfer. Um dem etwas entgegenzusetzen, begeben sich der Autor und Historiker Lothar Kittstein, Regisseur Ronny Jakubaschk („Asyl im Paradies“) und Ensemblemitglieder des Staatstheaters Meiningen auf Zeitzeugensuche.
Aus den vertraulichen und auf Wunsch anonym verarbeiteten Interviews und Gesprächen wird ein dokumentarischer Theatertext entstehen, der 2027 zur Uraufführung in den Kammerspielen kommt.
„Nur wer sich erinnert, wird zukunftsfähig bleiben. So ist Erinnerung Teil heutiger Arbeit an der gelebten Demokratie.“
Lothar Kittstein
Das Staatstheater möchte die Geschichten erzählen, die hier spielten, in Meiningen und Umgebung. Es sollen Ihre Geschichten sein, verehrtes Publikum.
Deborah Ziegler, Schauspieldramaturgin
Premiere: Fr., 15.01.2027, 19.30 Uhr – Kammerspiele
Weitere Termine und Infos hier, Kartenvorverkauf ab 27.04.2026.