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Schuberts „Winterreise“ im Schloss: Klingende Melancholien mit Benjamin Russel

Benjamin Russell (c) De - Da Productions
© Christina Iberl
Benjamin Russell (c) De - Da Productions

„Die Winterreise“ ist ein wahrhaft faszinierendes Werk, ein „Zyklus schauerlicher Lieder“, wie Franz Schubert ihn ankündigte. Interpreten und Zuhörer zieht er gleichermaßen in seinen Bann. Die menschliche Existenz steht im Mittelpunkt dieses Werkes und schlägt den Bogen aus seiner Entstehungszeit 1827 bis ins Heute.

Viele Interpreten brachten ihre Gedanken, Gefühle und musikalischen Ansätze zum Klingen, um Antworten zu finden auf die Frage: Wer ist jenes Mädchen, das den Protagonisten vom ersten Takt an zum Aufbruch zwingt? Hat die Jugendliche bereut, betrauert und mit gebrochenem Herzen weitergelebt? Ein Liederzyklus, der Fragen stellt, Fragen beantwortet als Ausdruck blanken Menschseins. Der Wanderer auf dem Weg der Lebensstraße, „die noch keiner ging zurück“. Die „Winterreise“: einerseits eine musikalische Einheit, andererseits die Schilderung extremer Gefühle von Melancholie und Selbstzerstörung. Sie irritierten und verstörten sogar Schuberts Freunde und ansonsten begeisterte Zuhörer. Diese „Verstörung“ darf heute wieder geweckt und erlebbar gemacht werden mit diesem Denkmal des Kunstliedes.

Schubert erzählt keine Geschichte: Er schildert eine Reise auf psychischer Ebene. „Der einzige Fortschritt des Wanderers ist ein Fortschritt der Erkenntnis, die quälerische, von Rückfällen bedrohte Ablösung von seinen Erinnerungen (…) Immerfort auf der Suche nach Bestätigungen seines Zustandes beobachtet er mit überwacher, schmerzend scharfer Sensibilität, bezieht als egozentrischer Melancholiker alles auf sich. „Jede der erlebten Melancholien ist die jeweils schlimmste“, schrieb darüber Peter Gülke.

Erleben Sie den renommierten irischen Bariton Benjamin Russell, Preisträger mehrerer internationaler Gesangswettbewerbe und gefragter Opernsänger an großen Häusern im In- und Ausland. Er wird am Flügel begleitet von der armenischen Pianistin Margarita Oganesjan, welche die „Winterreise“ bereits auf CD verewigte.
Lassen Sie sich berühren von dieser Reise, diesem einzigartigen Klanggemälde Schuberts, tauchen Sie ein in die Faszination von 24 Liedern, begeben Sie sich auf die Reise der Schubert‘schen Lebensstraße. Von „Der Lindenbaum“ zum „Frühlingstraum“, von „Die letzte Hoffnung“ bis zum „Leiermann“. Wahre Kunst.

Alexander John, Konzertdramaturg

So, 19.04.2026, 17.00 Uhr – Schloss Elisabethenburg, Konzertsaal „Johannes Brahms“

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