Wir wollen, dass ihr Panik habt! „Greta“ ruft auf zum Klimastreik im Rautenkranz
Ob Wälder, Kriege oder Ego-Sucht – es brennt gerade überall. „Greta“ von Daniel Ratthei schreibt der jungen Rebellin des Klimastreiks eine Nachfolgerin auf den Leib, die uns wachrüttelt – und zum Widerstand füreiander aufruft. Die Regie führt Krzysztof Minkowski.
Abgeholzte Regenwälder, Plastikinseln im Meer, einsame Eisbären auf schmelzenden Eisschollen. Annegret, 16 Jahre alt, kann und will die anhaltende Umweltzerstörung nicht länger hinnehmen. Sie folgt ihrem großen Vorbild Greta Thunberg und schließt sich der „Fridays for Future“-Bewegung an. Das bedeutet: freitags keine Schule mehr! Sie geht stattdessen auf die Klima-Demo. Denn warum sollte sie noch „fürs Leben lernen“, wenn es vielleicht bald kein Leben mehr gibt?
Im Bus, auf dem Weg zu ihrer ersten Demo, ist Annegret noch ganz schön angespannt. Sie schämt sich, als einzige mit Pappschild zwischen den Leuten zu stehen. Aber dann steigt Hannes ein. Der geht auch zur Demo, der hat auch ein Pappschild, aber strahlt so viel mehr Selbstbewusstsein aus als sie. Hannes feuert sie an, alles für den Klimaschutz zu geben. Tatsächlich wird Annegret immer mutiger, die Demonstrationen immer größer.
Aber auch der Gegenwind wird stärker. Lehrer, Medien und sogar die eigene Familie zweifeln an dem Klima-Projekt und wollen die Schüler lieber wieder in der Schule sehen. Aber den Klima-Schutz aufgeben kommt für Annegret nicht in Frage. Auch dann nicht, als Hannes zu einer ganz eigenen Herausforderung wird.
Das Stück von Daniel Ratthei ist von dem berühmten Vorbild Greta Thunberg inspiriert, die mit ihren Sitzstreiks vor dem schwedischen Parlament 2018 die Bewegung „Fridays for Future“ ins Leben gerufen hat. Ein Jahr später hatten sich bereits weltweite Massenproteste aus hauptsächlich jungen Menschen versammelt, deren Geduld mit Politikern und Wirtschaftsleuten am Ende war. Die Wissenschaft hatte ihre Ergebnisse bereits lange Zeit vorher auf den Tisch gelegt, wieder und wieder und wieder. Die Analyse war bekannt. Die Ziele waren gesetzt. Das Pariser Klima-Abkommen von 2015 besagt eindeutig, dass die globale Erderwärmung bis 2050 um 1,5 bis 2 Grad Celsius gedrosselt werden muss, damit der Planet weiterhin bewohnbar bleibt. Elf Jahre später wissen wir, dass wir die 1,5-Grad-Grenze bereits fast überschritten haben.
Seit der Corona-Epidemie scheint die Klimabewegung aber einiges von ihrem vorigen Auftrieb eingebüßt zu haben. Die Demonstrationen sind spärlicher geworden. Längst versammelt man sich nicht mehr jede Woche. Dabei werden die Fakten immer drängender. Der sogenannte Earth Overshoot Day gibt den Zeitpunkt an, zu dem die jährlich zur Verfügung stehenden Ressourcen der Erde aufgebraucht sind. Wäre dieser Tag der 31. Dezember, hätten wir keinen überschüssigen Verbrauch. 2025 war es der 24. Juli. Dringend Zeit also, das ökologische Bewusstsein wieder aufzufrischen.
Die Regie von Krzysztof Minkowski übernimmt genau das. Die Bühne (Konrad Schaller) im Rautenkranz wird zur Demonstrationsplattform und lässt gleichzeitig Raum für die zwischenmenschlichen Konflikte, die solche politischen Debatten
immer mitbegleiten. Also: Kommt her, macht mit, macht eure Stimme hörbar! Denn sie ist lauter, als ihr glaubt.
Henning Bakker, Dramaturg Junges Staatstheater
Greta
von Daniel Ratthei
ab 12 Jahren
Regie: Krzysztof Minkowski • Bühne, Kostüme: Konrad Schaller • Dramaturgie: Henning Bakker
Premiere: DO, 11.06.2026, 10.00 Uhr – Rautenkranz
Termine: 13.06., 22.06., 25.06., 29.06.2026
Wiederaufnahme 2026/27: 28.01., 09.02., 10.02., 11.02., 04.05.2027
Workshop
Begleitend zur Inszenierung bieten wir Schulklassen und Gruppen einen kostenlosen Doppel-Workshop an, in Kooperation mit dem Schülerforschungszentrum Schmalkalden.
Ein erster Workshop testet die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge des Klimawandels, ein zweiter entwickelt eigene Ideen und Initiativen zum Umwelt- und Klimaschutz.
Zudem laden wir herzlich zu unseren regelmäßigen Workshops zum Thema Nachhaltigkeit in den Rautenkranz ein.
Nächster Termin: 29. Mai 2026, 17 Uhr
Zu Gast ist die Klimaexpertin Luise Merbach.
Anmeldung und weitere Infos für alle Workshops bei: Georg Grohmann, Theatervermittlung, Tel.: 03693 /451-250, jungestheater@staatstheater-meiningen.de