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1000 Serpentinen Angst

nach dem Roman von Olivia Wenzel


Eine junge Frau steht vor dem Snackautomaten am Bahnsteig. Am liebsten würde sie sich darin verkriechen, damit sie hinter der Glasscheibe vor der verwirrenden Wirklichkeit geschützt ist. Sie verreist: In New York erlebt sie die Wahlnacht und den Triumph Donald Trumps, in Vietnam versucht sie, ihren Ängsten zu entkommen, und in ihrer Heimat Thüringen diskutiert sie als Tochter einer Deutschen und eines angolanischen Vaters mit ihrer Großmutter über Politik. Momente des Glücks wechseln sich ab mit Phasen der Trauer und der Wut, und immer wieder flackert die Erinnerung an ihren Bruder auf, der sich mit neunzehn vor den Zug warf. Unsichtbare Stimmen konfrontieren die Protagonistin mit ihrer eigenen Geschichte und Herkunft. Am Ende steht ein vorsichtiger Optimismus, der seine Entsprechung in dem immer wieder aufblitzenden warmherzigen Humor findet.

Wie offen und frei ist eine Gesellschaft, wenn Hautfarbe und Herkunft immer noch darüber bestimmen, wie ein Mensch wahrgenommen wird? Mit ihrem Debütroman, der 2020 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, ist der aus Weimar stammenden Autorin Olivia Wenzel ein schmerzhafter, poetischer Text gelungen. Es ist die sehr persönliche Sinnsuche einer jungen Schwarzen Frau, eine Reise durch unsere nur vordergründig vorurteils- und rassismusfreie Gesellschaft, ebenso aufwühlend wie versöhnlich.

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