Staatstheater Meiningen
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5. Sinfoniekonzert


Torstein Aagaard-Nilsen: „Boreas Blows“ 
Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert in D-Dur, op. 35
Sergei Rachmaninow: Sinfonische Tänze, op. 45

Einen Monat nach seiner Opernuraufführung „Gespenster“ präsentiert sich der Norweger Torstein Aagaard-Nilsen zum vierten Mal mit seiner fassettenreichen Klangwelt dem Meininger Konzertpublikum. Dem 2015 als deutsche Erstaufführung in Meiningen erklungenem „Boreas sings“ folgt die thematische Fortsetzung „Boreas blows“. Beide Werke versuchen die Kraft des winterlichen Nordlichts in Klangatmosphären einzufangen, welche die Vielgestalt dieses Naturphänomens hervorzaubert. Während „Boreas sings“ die leichten, lyrischen Momente betont, zeigt „Boreas blows“ die bedrohliche Seite des eisigen Windes.

Seit seiner Jugend als „Wunderkind“ bezeichnet, vereint E. W. Korngold in seinem Violinkonzert D-Dur, op. 35 kongenial und voll virtuoser Brillanz all seine mannigfaltigen Stilistiken: lyrische Melodieströme, Filmmusikzitate und eine orchestrale Opulenz im Sinne der „Wiener Moderne“. 1920 gelang ihm mit „Die tote Stadt“ der Operndurchbruch. Einige Jahre später begann er sich in der us-amerikanischen Filmindustrie einen Namen zu machen. Seine Musiken zu „Anthony Adverse“ (1936) und „Robin Hood“ (1938) wurden sogar mit einem Oscar ausgezeichnet. Als Jude in Österreich nicht mehr sicher, emigrierte er 1938 endgültig in die USA. Obwohl er sich schwur, in dieser „Zeit des Grauens“ keine Konzertmusik zu schreiben, arbeitete er weiter an seinem 1937 entworfenen Violinkonzert. 1947 gelangte es zur triumphalen Uraufführung: „wie in meinen schönsten Wiener Zeiten!“, berichtete Korngold, schwelgend in Erinnerungen an die Heimat.

Eine ähnliche Sehnsucht zeigt sich auch in Rachmaninows fast zeitgleich entstandenen Sinfonischen Tänzen op. 45. Es ist das letzte Werk des russischen Komponisten – ein Klageruf aus dem amerikanischen Exil.

Dirigent: Philippe Bach


Solist: Sönke Reger

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