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Der Menschenfeind

Komödie von Molière


Molières Charakterkomödie über einen Querdenker der ganz anderen Art gewinnt heute eine völlig neue Brisanz. Für Alceste besteht kein Zweifel daran, dass man seinen Mitmenschen immer und überall die ungeschminkte Wahrheit ins Gesicht sagen muss. Die Folgen seiner Wahrheitsliebe bekommt er, der doch ein angesehenes Mitglied der Adelsgesellschaft am französischen Hofe ist, teuer zu spüren. Der beleidigte Hobbydichter Oronte überzieht Alceste mit einem Prozess. Und seine Angebetete Célimène beschreitet als lebenskluge Frau einen anderen Weg, was ihm ebenso sauer aufstößt wie die schamlose Speichelleckerei von Célimènes Anbetern. Schließlich bleibt ihm nur der Rückzug aufs Land.

Der Menschenfeind, 1666 am Palais Royal in Paris uraufgeführt, ist eine vor Sprachwitz und Gedankenschärfe nur so funkelnde Komödie. Molière entwirft das faszinierende Porträt eines Wahrheitsfanatikers, das viele Fragen aufwirft. Sind kleine Beschönigungen der grausamen Wahrheit nicht der unabdingbare Kitt für den Zusammenhalt einer Gesellschaft? Was gibt Alceste das Recht zu glauben, seine Wahrheit sei die einzig gültige? Und was bedeutet das in einer Zeit wie der unseren, in der die ideologischen Gräben immer tiefer werden und zugleich ein erbitterter Diskurs über Deutungshoheit geführt wird?

Regie: Sebastian Schug

Bühne: Jan Freese

Kostüme: Juliane Götz

Dramaturgie: Dr. Olaf Roth


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