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Floh im Ohr

Komödie von Georges Feydeau
Deutsch von Elfriede Jelinek


Ein Päckchen setzt Madame Chandebise einen Floh ins Ohr: Ihr Mann hat eine Affäre! Wie sonst sollte es zustande kommen, dass ihm ein Hotel mit dem zwielichtigen Namen „Zur Zärtlichen Miezekatze“ seine Hosenträger hinterherschickt?! Sie verschwört sich mit ihrer Freundin Lucienne, die beiden fingieren ein Rendezvous in dem vermeintlichen Liebesnest, um den Ehebrecher in flagranti zu überführen. Das Unheil vorausahnend, will Chandebise’ Neffe die Beteiligten warnen, aber aufgrund einer Konsonantenschwäche bleibt die Wahrheit ungehört und die Lösung unverstanden. Ein Zufall ist hinter dem anderen her, eine Verwechslung jagt die andere, ein Missverständnis verfolgt das nächste und als wäre es nicht schon genug: Monsieur Chandebise und der Hoteldiener Poche gleichen sich wie ein Ei dem anderen.
Eine misstrauische Frau. Ein Päckchen mit Hosenträgern. Ein gefälschter Brief. Ein Stundenhotel. Ein impotenter Mann, ein freizügiger, ein rasend eifersüchtiger, einer mit Konsonantenschwäche, ein Doppelgänger: Der französische Dramatiker Georges Feydeau hat sich mit seiner turbulenten Verwechslungskomödie „Floh im Ohr“ (1907) seinen Platz in der Theatergeschichte gesichert, denn wenn einem schon der Kopf schwirrt, schraubt sich diese Farce noch eine Spirale höher. Temporeich, absurd, genial!

Regie: Henriette Hörnigk

Bühne: Christian Rinke

Kostüme: Susanne Cholet

Sound: Bernd Bradler

Dramaturgie: Katja Stoppa, Deborah Ziegler

Tagesbesetzung

(16.04.2026, 19:30)

Victor-Emanuel Chandebise / Poche: Gunnar Blume

Raymonde, seine Frau: Mia Antonia Dressler

Camille Chandebise, sein Neffe: Rico Strempel

Romain Tournel, Anwalt: Florian Graf

Dr. Finache: Erik Studte

Carlos Homenides de Histangua: John Wesley Zielmann

Lucienne, seine Frau: Ulrike Knobloch

Etienne, Diener: Noemi Clerc

Antoinette, Dienstmädchen: Louise Debatin

Augustin Ferraillon, Hotelbesitzer: Paul Maximilian Schulze

Olympe, seine Frau: Matthis Heinrich

Eugenie, Zimmermädchen: Leonard Pfeiffer

Rugby: Christine Zart

Baptistin: David Gerlach

Trailer

Video

Pressestimmen

Mit viel Situationskomik und kräftig gezeichnetem Körperspiel bedienen sie Feydeaus Prinzip des Vaudeville-Theaters.

Thüringer Allgemeine, Michael Helbing, 20.01.2026

 

In erstaunlich wandlungsfähigen Kulissen von Christian Rinke wird aus dem feudalen Salon der Chandebise ein obskures Etablissement namens „Zur zärtlichen Miezekatze“, in dem sich von Susanne Cholet reizend kostümierte Transvestiten tummeln (...).

Gespielt wird wie am Schnürchen. Auf geniale Weise, denn alle können sich in ihren individuellen komödiantischen Fähigkeiten freispielen.

Gunnar Blume als Monsieur Chandebise und als sein Doppelgänger Poche, dem Faktotum aus der „Miezekatze“: Fantastisch, wie er die Welten wechselt und trotzdem stets bei sich ist.

Rico Strempel als Neffe Camille, der mit seiner Artikulationsstörung – es kommt kein Konsonant aus seinem Mund – für heftige Irritationen sorgt. Mia Antonia Dressler als forsche Ehefrau, die zusammen mit ihrer Freundin (Ulrike Knobloch) die ganze Chose ins Rollen bringt. John Wesley Zielmann, dem als pistolenschwingenden, eifersüchtigen Spanier sogar der Haardutt platzt. Paul Maximilian Schulze als großmächtiger Besitzer des Etablissements und Matthis Heinrich als seine Frau im allerliebsten rosa Tutu.

Christine Zart als amerikanischer Hotelgast – ein unvergleichlicher Sidekick.

(...) der magische Moment zu Beginn des dritten Aktes, als Dienstmädchen Antoinette (Louise Debatin) über der Szene schwebt, Indilas überirdisch schönen Song „Dernière Danse“ auf den Lippen. … Was braucht der Mensch mehr? Naja, einen Floh im Ohr. - Nicht endend wollender Jubel des Publikums.

Freies Wort, Siggi Seuß, 19.01.2026