Staatstheater Meiningen
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Guldenberg

Uraufführung
nach dem Roman von Christoph Hein


Christoph Hein gilt als einer der wichtigsten Chronisten der (ost-)deutschen Lebensverhältnisse. Mit seinem jüngsten Roman Guldenberg (2021) blickt er erneut schonungslos hinter die Kulissen einer Kleinstadt und macht sie zum Symbolort für einen beängstigenden Niedergang.

Als eine Gruppe von unbegleiteten jungen Syrern im Alten Seglerheim am Stadtrand einquartiert wird, ist es mit der Ruhe in Guldenberg vorbei. Der Stammtisch schäumt. Bald fliegt der erste Stein, Reifen werden zerstochen, das Gerücht um eine Vergewaltigung erregt die Öffentlichkeit. Schließlich brennt das Alte Seglerheim. Doch was wird aus einer Stadt, in der die Gewaltbereiten, die Ewiggestrigen die Zukunft bestimmen?

Heins Roman folgt der Dramaturgie einer Eskalation. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit werden zu Brandbeschleunigern für unbewältigte historische Konflikte und zum Ventil für diffuse Zukunftsängste. Im Morast der Kleinstadt gelten eigene Gesetze, der Rechtsstaat dient hier allenfalls als Selbstbedienungsladen. Der kritische Blick des Autors macht dabei keinen Unterschied zwischen der Kleinstadtgesellschaft und den Menschen mit Fluchterfahrung. Mal wirkt Guldenberg dokumentarisch, mal wie eine groteske Realsatire, auf jeden Fall ist er ein starker Stoff für die Bühne.

Regie: Max Claessen

Bühne: Ilka Meier

Dramaturgie: Cornelius Benedikt Edlefsen


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