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Hamlet

von William Shakespeare
aus dem Englischen von Frank-Patrick Steckel


Der Dänenprinz Hamlet, Protagonist in William Shakespeares um 1600 entstandenem, gleichnamigen Stück gehört zu den komplexesten Figuren, die das Theater je hervorgebracht hat. Von der Universität in Wittenberg eilt Hamlet an den Hof nach Dänemark zurück, um dem Begräbnis seines Vaters beizuwohnen. Nicht nur, dass sein Onkel Claudius die Krone an sich genommen, auch dass seine Mutter Gertrud diesen so kurz nach dem Tod ihres Gatten geheiratet hat, irritiert den jungen Mann zutiefst. Eines Nachts erscheint ihm der Geist des Vaters und offenbart, dass er einem heimtückischen Anschlag seines Bruders Claudius erlegen ist. Er fordert seinen Sohn auf, den Mord zu rächen. Und Hamlet? Unfähig zu handeln, verschanzt er sich zunächst, um sich dem Wahnsinn der Welt zu entziehen, selbst hinter einer Maske des Wahnsinns ...

"Hamlet" ist Rache-Thriller, politisches Drama, Familientragödie und Coming-of-Age-Story in einem. Das Stück erzählt vom Aufeinanderprallen alter und neuer Ordnung, vom Spannungsfeld von Individualität und gesellschaftlichen Zwängen und vom (Über-)Leben in einem zutiefst verwerflichen, politischen System. "Hamlet" ist zudem Theater auf dem Theater und stellt damit die dem Bühnengeschehen ureigene Kraft heraus: über das Spiel auf der Bühne nach der Wahrheit zu forschen und damit das Leben zu erreichen.

Regie, Bühne: Andreas Kriegenburg

Kostüme: Andrea Schraad

Dramaturgie: Cornelius Benedikt Edlefsen

Besetzung

(22.03.2024, 19:30)

Hamlet, Prinz von Dänemark: Yannick Fischer

Claudius, König von Dänemark, Hamlets Onkel: Vivian Frey

Der Geist des verstorbenen Königs, Hamlets Vater / Voltemand, Gesandter / Schauspielkönig / 1. Totengräber: Jörg Pose

Gertrud, die Königin, Hamlets Mutter: Anja Lenßen

Polonius, Staatsrat / 2. Totengräber: Gunnar Blume

Laertes, Polonius’ Sohn / Francisco, Wache / Lucianus / Hauptmann: Matthis Heinrich

Ophelia, Polonius' Tochter: Pauline Gloger

Horatio, Hamlets Freund und Vertrauter: Leo Goldberg

Guildenstern, Höfling / Marcellus, Wache / Schauspielkönigin / 1. Seemann: Larissa Aimée Breidbach

Rosencrantz, Höfling / Barnardo, Wache / Reynaldo, Bediensteter / 2. Seemann: Jan Wenglarz

Schauspieler-Truppe: Ensemble

Trailer

Pressestimmen

„Yannick Fischer hat eine zunehmende Verspannung im Körper, er zittert, er friert in der Seele, es ist die Last, die der Vater ihm auftrug. Der trickst nicht, der leidet.“

„Die Mitte, das ist Pauline Gloger, ist Ophelia und das ist kein Zufall. Wie sie vollkommen frei in den Wahnsinn treibt, sich treiben lässt, völlig losgelöst von allen und allem, wie sie als Tote auf den Schoß des Bruders wankt, das Bild der Schuld all der Männer: […].“

„Andreas Kriegenburg unterbricht immer mal wieder, Larissa Aimée Breidbach und Jan Wenglarz, Rosencrantz und Guildenstern (sic!) bieten mit englischer Blödelei eine absolute Spitzennummer. Das Ende, die Metzelei, lässt die Regie nicht exekutieren, sie wird eindrücklich erzählt, das Ensemble hinten, nur die Protagonisten vorn. Hamlet und Laertes zittern, die Opfer ihrer Väter und schuldig doch auch.“

„Ein Abend hoher Intensität.“

Henryk Goldberg, Thüringer Allgemeine, 10.10.2023

„Eine hervorragende Ensemble-Leistung. Überaus sehenswert!“

Sylvia Obst, Stadtmagazin Tam-Tam Erfurt, 12.10.2023

 

„Auch dazu wird Horatio dem Publikum, vor allem den Vätern, noch einiges zu sagen haben. Leo Goldberg spielt sich in dieser Rolle die Seele aus dem Leib, singt [...], haut in die Tasten eines Klaviers, schreit und schweigt und mahnt – und kann, was geschieht, doch nicht verhindern. Hamlet rotiert hilflos in seinem Gedankengefängnis. Yannick Fischer gibt ihm ein so glaubhaft zerfasertes Ego, dass am Ende nur noch Fanatismus waltet. Man merkt, wie Kriegenburgs Menschenkenntnis das Spiel aller im Ensemble prägt, ihre präzise Arbeit an Sprache, Tonart, Gestus, Musikalität und Bewegung.“

Siggi Seuß, Main Post, 10.10.2023

 

„Die zusätzlichen Monologe für Hamlets Freund Horatio (beim jungenhaften Leo Goldberg mit exklusivem Draht zum Publikum) hat der Regisseur geschmeidig selbst hinzugedichtet, gerade so, als müsste es so sein. Die verbiegen nichts, sondern lassen dem exemplarisch treuen Freund etwas mehr Gerechtigkeit widerfahren und geben dem Stück eine Klammer.“

„Pauline Gloger wird […] genauso wenig am zelebrierten Wahnsinn der Ophelia gehindert, wie Matthis Heinrich an der exzessiven Verzweiflung des heimgekehrten Laertes. Nichts mit Verfremdung – hier ist Identifikation gefragt und wird geboten. Vivian Frey und Anja Lenßen als Claudius und Gertrud mischen ihrem Königspaar noch ein Quantum coole Distanz bei und überzeugen auch damit.“

„So aber kann sich vor allem Yannick Fischer als ein Hamlet entfalten, der zwischen zweifelnd und zur Rache entschlossen zaudert, der erkennbar am Rachegebot leidet und es doch zu erfüllen versucht.“

„Der Beifall bei der Sonntagspremiere war lang, herzlich und voll auf berechtigt!“

Dr. Joachim Lange, Freies Wort, 10.10.2023

 

„Eindrucksvoll gleitet Pauline Gloger in den Wahn ab – eine Verlängerung der Zwangsvorstellungen, die von den Vätern zu den Kindern reichen.“

Marlene Drexler, Nachtkritik, 07.10.2023