Logo Staatstheater Meiningen
Menü

Historia von D. Johann Fausten

Oper in drei Akten und einem Epilog von Alfred Schnittke
Text von Jörg Morgener und Alfred Schnittke nach dem Volksbuch von 1587

Fassung für das Staatstheater Meiningen
mit Ergänzungen aus dem Konzert für Viola und Orchester von Alfred Schnittke

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln


Audio-Einführung zum Stück

Der Faust-Stoff, durch Goethe zum Mythos geworden, hat längst die Opernbühne erreicht. Vor 30 Jahren entstand die ergreifende Version des Deutsch-Russen Alfred Schnittke (1934–1998), der sich allerdings auf das Volksbuch über den historischen Faust bezieht.
Als Zeitgenosse von Götz von Berlichingen und Martin Luther verzweifelte der Magier Faust, nach tieferer Erkenntnis strebend, an der Unvollkommenheit unseres Wissens.
Die Oper zeigt Stationen aus Fausts Leben: seine frühreife Jugend, seinen Wissensdurst bis hin zur Aushandlung eines Teufelspaktes, den er mit seinem eigenen Blut besiegelt. An seinem letzten Abend gewährt er seinen Schülern Audienz und bereut seine Verfehlungen. Schnittke arbeitete viele Jahre an dem Werk. Zunächst schrieb er die 1983 uraufgeführte Faust-Kantate, die zum dritten Akt der Oper wird, mit dem berühmten Tango, den der Teufel durch ein Mikrofon singt. Erst 1994 wurden die ersten Akte nach den Prinzipien der Polystilistik vollendet: Barocke Passionsarien stehen neben Choral und Cluster-Effekten, Kirchenorgel neben Synthesizer, Cembalo neben E-Bass. Kommentare vom Chor und einem Erzähler greifen auf Bach-Oratorien zurück und schlagen Bögen zum epischen Theater à la Brecht. Seit der Hamburger Uraufführung 1995 wird die Oper in Meiningen erstmalig neuinszeniert.

Musikalische Einstudierung: GMD Killian Farrell

Regie: Eva-Maria Höckmayr

Bühne: Michele Taborelli

Kostüme: Julia Rösler

Video: Krzysztof Honowski

Chor: Roman David Rothenaicher

Dramaturgie: Matthias Heilmann

Tagesbesetzung

(18.09.2026, 19:30)

Musikalische Leitung der Vorstellung: GMD Killian Farrell


Doktor Johann Faustus: Mateusz Ługowski

Mephostophiles: Meili Li

Mephostophila: Abongile Fumba

Erzähler: Tobias Glagau

Der Alte: Isaac Lee

Graf 1 | Student: Samuel Robertson

Graf 2 | Student: Johannes Mooser

Graf 3 | Student: Mark Hightower

Weinherr: Hans Gebhardt

Kind: Minna Köllner

Viola-Solo | Helena von Troja: Anna Maria Wünsch


Meininger Hofkapelle

Chor des Staatstheaters Meiningen

Statisterie des Staatstheaters Meiningen

Trailer

Video

Audio

aus den Szenen Nr. 4 und 5 „Sag mir doch deinem Namen Geist …“ | Mateusz Ługowski, Chor des Staatstheaters Meiningen, Meininger Hofkapelle; Musikalische Leitung: Killian Farrell

aus der Szene Nr.25 „Folget nun von Doctor Fausti … “ | Chor des Staatstheaters Meiningen, Meininger Hofkapelle; Musikalische Leitung: Killian Farrell

aus der Szene Nr. 27 „Mein Fauste, sei doch nicht so kleinmütig …“ | Meili Li, Abongile Fumba, Meininger Hofkapelle; Musikalische Leitung: Killian Farrell

aus der Szene Nr. 28 „Darob die Studenten …“| Abongile Fumba, Chor des Staatstheaters Meiningen, Meininger Hofkapelle; Musikalische Leitung: Killian Farrell

Pressestimmen

Packende Erzählung in überwältigenden Klang-Welten! […] Besonderer Protagonist ist diesmal der Meininger Chor. Von Roman David Rothenaicher präzise einstudiert, von der Regie mit einer perfekt sitzenden Choreografie und von Julia Rösler mit Kostümen ausgestattet, die zunächst Mittelalter und dann Gegenwart imaginieren, füllt der Chor die zentrale Rolle, die ihm Schnittke zuweist, mit imponierender Souveränität aus. […] Einhelliger herzlicher Beifall für den Wagemut des Hauses und eine rundum gelungene Inszenierung! 
Freies Wort, Roberto Becker, 21.09.2026

So wurde die Partitur in Meiningen mit Auszügen aus Schnittkes Konzert für Viola und Orchester ergänzt, um den Stoff emotionaler zu machen. Die Viola-Spielerin (Anna-Maria Wünsch) wird auf der Bühne zur schönen Helena, also der schönsten Frau der Welt, die Faust bekanntlich vom Teufel herbeizitieren lässt. Das ergibt starke suggestive Bilder, und das wuchtige Finale ist grandios.  Ein fulminanter, vielbeklatschter Faust-Abend. 
BR Klassik, Peter Jungblut 19.09.2026

Regisseurin Eva Maria Höchmayr hat sich von ihrem Bühnenbildner Michele Taborelli eine Art Obduktionstisch, einen gekachelten Platz  in die Mitte der Drehbühne stellen lassen. Sehr virtuos und toll gearbeitet mit einer großartigen Beleuchtung. Da ist wirklich Zauberei am Werk. […] Meiningen ist ein Beispiel für die Opernszene, wo man denkt: ich fahre in eine kleine Stadt und gehe in eine Aufführung, die rundum glücklich macht. Ich empfehle auch weite Reisen für diese Aufführung am Meininger Staatstheater.
Deutschlandfunk Musikjournal, Uwe Friedrich, 21.09.202

Die Meininger Hofkapelle unter GMD Killian Farrell kriegt es tatsächlich hin, dass dieses bislang unvollendete und eigentlich nicht spielbare Opus aus der Versenkung wieder auf die Spielpläne kann und muss. Die Herausforderungen an die Sänger sind gewaltig, da sie drei Stilrichtungen und drei Oktaven beherrschen müssen und das auch können. Der polnische Bariton Mateusz Ługowski ist eine unaufdringliche, aber äußerst überzeugende Projektionsfigur für die Titelrolle. […] Alfred Schnittkes letzte Oper hat endlich eine Form und ein Publikum gewonnen, das ihn frenetisch feiert. Es gibt einige seiner Zeitgenossen, die besser in der Schublade geblieben wären, aber leichter umzusetzen sind. Auch wird nicht jedes Haus in der Lage sein, so eine schwierige Produktion zu stemmen. Aber Meiningen zeigt, dass es das kann.
Der Opernfreund, Inge Kutsche, 22.09. 2026

Die 1995 aus der Taufe gehobene Schnittke-Oper „Historia von D. Johann Fausten“ inszeniert Eva-Maria Höckmayr am Staatstheater Meiningen mit herrlich präziser epischer Kühle. Eva-Maria Höckmayr versucht erst gar nicht die epische Beschaffenheit der Geschehnisse dramatisch zu überspielen. Sie erzählt im wahrsten Wortsinn. […] Die Figuren agieren als die Bühnenvorgänge nicht verinnerlichende, vielmehr demonstrierende Exempla und Verweise. Wäre Schnittkes Oper ein Repertoirestück, so gebührte Mateusz Lugowski das Prädikat des führenden Rollenvertreters. Phänomenal, wie der Bariton jede Herausforderung seiner kaum singbaren Partie kühn meistert.
Concerti, Michael Kaminski, 19.09. 2026

Dank der präzisen Verve, mit der Killian Farrell und die Hofkapelle diese Musik zum Klingen bringen und die Protagonisten und den Chor zu Wort kommen lassen, findet man sich schnell in den Duktus von Sprache und Musik. Dazu kommt der Wechsel zwischen den Stilen, mit denen Schnittke souverän spielt. 
Thüringer Allgemeine,
Joachim Lange, 21.09.2026

Diese Meininger Fassung reizt aus, was an riesigen Tonsprüngen und plötzlichen Registerwechseln möglich ist, und macht die immensen Anforderungen am Rande des Machbaren hörbar. […] Sehens- wie hörenswert: Unter dem kühl sezierenden Zugriff der Regie von Eva-Maria Höckmayr entfaltet Schnittkes schillernder, mitunter sperriger Bilderbogen einen Reiz ganz eigener Art. Musikalisch einmal mehr eine Glanztat des Meininger Theaters. Online Musik Magazin, Stefan Schmöe, 20.09.2026

Tobias Glagau führt als Erzähler durch die Geschichte des Johann Fausten, wie sie das Volksbuch mit dem erhobenen Zeigefinger der damals herrschenden Moral erzählt. Mateusz Ługowski wirft sich mit Verve in diese Rolle des Exempels, das den Massen als abschreckendes Beispiel vor Augen geführt wird. Eines Mannes, der sich mit der Hölle einlässt, die hier gleich zweifach (man könnte meinen, im Vorgriff auf den heutigen Zeitgeist) auftritt. In Gestalt des vokal wendigen chinesischen Countertenors Meili Lis als Mephiostophiles und der Mezzopräsenz Abongile Fumba als Mephistophila. […] Der Konsequenz, mit der Schnittke den Faust-Stoff auf seinen belehrend appellierenden Kern reduziert hat, folgen auch die Regisseurin mit präziser Personenführung und Michele Taborelli mit einer nüchternen, in Teilen gekachelten, mal dosiert von Videos und Dampf ergänzten Bühnenästhetik, die im Grunde wie das Labor für eine Innenschau des Menschen bei der Suche nach seiner Seele wirkt. 
Die Deutsche Bühne, Roberto Becker, 19.09.2026

Anna Maria Wünsch ist mit ihrem Instrument und im üppigen Gewand zugleich die Helena von Troja. Die so entstandene Meininger Fassung jedenfalls funktioniert. (...) Tobias Glagau führt als Erzähler souverän durch die Geschichte. Mateusz Ługowski ist ein überzeugender Titelheld. […] Den Meiningern ist mit ihrer ersten Opernpremiere ein musikalischer und szenischer Wurf gelungen, der entsprechend bejubelt wurde. 
Neue Musikzeitung,
Joachim Lange, 19.09.2026