Kammer-Kino: Berlin - Die Sinfonie der Großstadt
von Walter Ruttmann
Musik von Edmund Meisel, live gespielt von Virginia Breitenstein, Klavier
Die Stummfilmreihe wird in der Saison 2025/26 mit dem bedeutendsten Werk des deutschen Filmregisseurs Walther Ruttmann (1887–1941) beschlossen. „Berlin - Die Sinfonie der Großstadt“ ging 1927 als erster Dokumentarfilm in die Filmgeschichte ein. Er zeigt den Tagesablauf der Metropole Berlin, die nicht nur Deutschlands weltoffenste Stadt, sondern zusammen mit Paris und London auch das kulturelle Zentrum Europas war. Die Großstadt erlebte einen rasanten industriellen Aufschwung, womit der Film auch heute noch einen Einblick in die Lebens- und Arbeitsverhältnisse zu dieser Zeit gibt.
Berlin wird als lebender Organismus dargestellt. Anfangs erwacht die Stadt langsam, die morgendlich leeren Straßen füllen sich mit Menschen auf dem Weg zur Arbeit. In der Hektik des Tages wird der Rhythmus immer schneller. Erst zum Abend hin kehren Entspannung und langsam Ruhe ein. Ruttmann zeigt auch Freizeitaktivitäten am Wasser und im Park und abends in den Vergnügungsetablissements. Schließlich beendet das am Nachthimmel kreisende Licht des damals gerade neu errichteten Berliner Funkturms Ruttmanns Werk.
Der Film ist als Analogie an eine Sinfonie konzipiert, was durch den Filmschnitt unterstrichen wird. Für die damalige Zeit ungewöhnlich, setzte Ruttmann zahlreiche kurze Schnitte ein, um die Lebendigkeit und Hektik der Stadt plastischer werden zu lassen. Mit dieser neuen Technik konnte auf die Möglichkeiten einer abwechslungsreichen Filmmusik mit filmischen Mitteln reagiert werden – und umgekehrt.