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Otello

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Dichtung von Arrigo Boito nach William Shakespeare

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Audio-Einführung zum Stück

1874 schreibt Giuseppe Verdi sein „Requiem“ und will nicht mehr komponieren. Doch als sein Künstlerfreund Arrigo Boito ihm eine Oper nach Shakespeares „Othello“ vorschlägt, ist er von dem Drama fasziniert und feilt mit ihm sofort am Text. Viel später schreibt er die Musik. Verdi und Boito haben die Psychologie der Vorlage beibehalten, sich aber mehr auf das intime Wechselspiel der Hauptfiguren konzentriert.
Otello ist als schwarzer Gouverneur von Zypern ein Fremder, obwohl er die angesehene Desdemona geheiratet hat. Argwöhnisch wird er von seinem vermeintlichen Freund Jago betrachtet. Otello reagiert empfindlich, wenn er glaubt, getäuscht zu werden. Vertrauensverlust stürzt ihn ins Chaos. Es genügt, dass Desdemona sich auf Jagos Veranlassung für einen degradierten Hauptmann einsetzt, und schon geht die Saat des Zweifels über ihre Treue auf. Jago macht Otello zum Werkzeug rasender Eifersucht.
Das Werk des Mittsiebzigers hat einen „neuen“ Verdi hervorgebracht. Alle großen Soloszenen werden vollkommen in den musikalischen Fluss eingebettet. Vom gigantischen Sturm am Anfang bis zum tragischen Ende gibt es kein Nachlassen der inneren Spannung. Damit vollführt er den Übergang von der Gesangsoper zum musikalischen Drama. Verdis vorletztes Meisterwerk stand in Meiningen zuletzt 1967 auf dem Programm.

Musikalische Einstudierung: GMD Killian Farrell

Regie, Bühne, Kostüme: Hinrich Horstkotte

Chor, Extrachor: Roman David Rothenaicher

Kinderchor: Sebastian Fuhrmann

Dramaturgie: Bernhard F. Loges

Tagesbesetzung

(20.11.2026, 19:30)

Musikalische Leitung der Vorstellung: Eric Staiger


Otello: Isaac Lee

Desdemonda: Taylor Haines

Jago: Shin Taniguchi

Cassio: Garrett Evers

Roderigo: Tobias Glagau

Lodovico: Selcuk Hakan Tiraşoğlu

Montano: Mark Hightower

Emilia: Tamta Tarielashvili

Ein Herold: Hans Gebhardt


Chor des Staatstheaters Meiningen

Extrachor des Staatstheaters Meiningen

Kinderchor

Statisterie des Staatstheaters Meiningen

Es spielt die: Meininger Hofkapelle

Trailer

Video

Audio

Akt I, 1. Szene, „Esultate … Eviva“ | Otello: Owen Metsileng, Chor und Extrachor; Meininger Hofkapelle, Musikalische Leitung: GMD Killian Farrell

Akt I, 3. Szene, Duett „Gia nella notte densa“ | Desdemona: Emma McNairy, Otello: Owen Metsileng; Meininger Hofkapelle, Musikalische Leitung: GMD Killian Farrell

Akt II, 2. Szene, Arie des Jago „Credo in un Dio crudel“ | Jago: Shin Taniguchi; Meininger Hofkapelle, Musikalische Leitung: GMD Killian Farrell

Akt III, 8. Szene, Ensemble „A terra …“ | Desdemona: Emma McNairy, Ensemble, Chor und Extrachor; Meininger Hofkapelle, Musikalische Leitung: GMD Killian Farrell

Pressestimmen

Für die Hofkapelle und ihren GMD ist „Otello“ natürlich Chefsache. Killian Farrell versteht es, den stürmischen Auftakt aus dem Nichts zu entfachen. Er hält aber fokussiert und inspirierend wie er ist, dieses Energieniveau. Zugleich führt er Protagonisten und Chor mit sicherer Hand so durch die aufgewühlt leidenschaftliche Musik, dass alle ihr Potential ausschöpfen können. Nach Händels „Amadigi di Gaula“ (2021), Bizets „Ivan IV.“ (2023) und Mozarts „Don Giovanni“ 2025 ist jetzt zum vierten Mal Hinrich Horstkotte der Alles-aus-einer-Hand-Regisseur, der auch die Szene zum Ereignis macht. Für das präzise geführte Personal hat er die Kostüme und die Bühne maßgeschneidert. Auch mit „Otello“ gelingt ihm die Balance, mit Verweisen auf das Historische der Vorlagen Opulenz zu bieten und zugleich die Relevanz der Werke aufzuspüren, ohne sie mit ästhetischen Kraftakten zu überschreiben (…) Dieser Otello ist ein Schmuckstück, das in jeder Hinsicht ins theaterherzogliche Jubeljahr passt!

Neue Musikzeitung NMZ, Joachim Lange, 14.06.2026

 

Die feurige Leidenschaft, die Generalmusikdirektor Killian Farrell bereits in der Werkeinführung am Klavier zeigte, überträgt er gekonnt au die Meininger Hofkapelle. Aus dem Graben tönt ein Verdi voll turbulenter Sturmszenen, delikater Liebesduette, satter Klangfarben und ungezügelter Emotionen.

Thüringer Allgemeine, Jan Kreyßig, 16.06.2026

 

Das Staatstheater Meiningen wagt den Versuch, Verdis Spätwerk auf die Bühne zu bringen. Dass der Abend zu einer Sensation werden wird, kann man bei der humorvollen und virtuosen Einführung zum Werk durch Farrell noch nicht ahnen, doch schon die Einführung ist das Eintrittsgeld wert. (…) Zum Abschluss der Spielzeit steht mit Otello die sechste Opernpremiere der Saison auf dem Spielplan, und es soll ein Finale furioso werden. Regisseur Hinrich Horstkotte

verwandelt Giuseppe Verdis spätes Meisterwerk in eine beklemmende Studie über Manipulation und Isolation. (…)

Dass dieser Abend sich dann auch zu einer Meininger Sternstunde sich entwickelt, liegt aber an den herausragenden Sängerdarstellern. Allen voran das mit Spannung erwartete Haus- und Rollendebüt von Owen Metsileng. (…) Shin Taniguchi in der Rolle des Jago ist die herausragende darstellerische und vokale Triebfeder der Aufführung. Sein Wechsel zwischen abgrundtiefem Hass und schmeichelndem, ja, fast schon devotem Verhalten ist beeindruckend. (…) Emma McNairy als Desdemona bildet den emotionalen Gegenpol des Abends. Ihr lyrischer Sopran besticht durch makellose Intonation und schwebende Piani.“

O-Ton, Andreas H. Hölsche, 14.06.2026

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