Riemannoper
Oper von Tom Johnson
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen „Aria di bravura“ und „Aria parlante“? Warum heißt es, der Bariton sei die schönste Stimmgattung? Um Fragen wie diese zu klären, hilft der Blick ins Musiklexikon des Thüringer Musikwissenschaftlers Hugo Riemann. Eine Collage aus seinen Artikeln liefert die Grundlage zu Tom Johnsons kurzem Opern-Zweiakter aus dem Jahr 1988. Begleitet von Klavierklängen bringen vier Sänger in der „Riemannoper“ dem Publikum auf humorvolle Weise die Welt der Oper näher – Entertainment und Infotainment zugleich!
Musikalische Leitung, Klavier, Akkordeon, Ukulele: Virginia Breitenstein
Regie: Freya Gölitz
Bühne: Linda Siegismund
Kostüme: Zoé Wagner
Dramaturgie: Bernhard F. Loges
Tagesbesetzung
(02.04.2026, 19:30)Primadonna: Tamta Tarielashvili
Primadonna assoluta: Lubov Karetnikova
Tenor: Stan Meus
Bariton: Mark Hightower
Stimme Zugbegleiter: Enno Hesse
Termine
Pressestimmen
Die „Riemannoper“ ist ein Schmankerl, bei dem sich das Genre Oper selbst mit Augenzwinkern im Spiegel der Klischees betrachtet. (…) Die junge Regisseurin Freya Gölitz hat sich für eine Art Urlaubstrip der Sänger entschieden. Da sie mit der Bahn reisen, sind die mittlerweile obligaten Störungen des Betriebsablaufs der Anlass für diverse Zwischenstopps.
Für diese Reise liefern Linda Sigismund (Bühne)und Zoé Wagner (Kostüme) mit angemessenem Aufwand den passenden Rahmen.
Thüringer Allgemeine, Joachim Lange, 12.01.2026
Das legendäre Riemann-Lexikon gilt als Brockhaus der Musikwelt. Ein Amerikaner hat daraus eine Oper gemacht. Am Meininger Theater wird das Ganze zu einem kurzweiligen Reisebericht. Klein, fein, witzig!
Für das Er- und Umspielen des Textes dürfte Regisseurin Freya Gölitz leichtes Spiel gehabt haben, denn ihre Protagonisten haben ihr komödiantisches Talent schon oft unter Beweis gestellt und auf der Meininger Bühne sozusagen immer dabei. Und ob nun mit eigener Erfahrung grundiert oder nur gespielt: Die Freude, die ihnen das selbst offensichtlich macht, überträgt sich schnell auf die Zuschauer.
Freies Wort, Joachim Lange,12.01.2026
Freya Gölitz, der 25-jährigen Regieassistentin, gelingt (…) am Staatstheater Meiningen ein erstaunlicher Coup. Man nimmt nichts vorweg, wenn man jetzt schon anmerkt, dass das Publikum während der 90 Minuten fortgesetzt gluckst und wiehert. Nein, es wird kein banaler Klamauk mit Treppenwitzen aus der Theaterwelt geboten. Es ist das absurd komische Auftreten von Tenor, Bariton, Primadonna assoluta und Primadonna in einer höchst unterhaltsamen Umgebung, während die hervorragende Pianistin Virginia Breitenstein im Stakkato souverän Ton und Tempi angibt. (…)
Tamta Tarielashvili ist als Primadonna Assoluta erste Wahl. Die Mezzosopranistin verfügt nicht nur über eine beeindruckende Stimmvielfalt, sondern beherrscht das Instrumentarium der Persiflage. Die Rolle macht ihr ganz offensichtlich größten Spaß, und wenn sie mit einer übertriebenen Ernsthaftigkeit Riemanns Zeug zitiert, kann man nur mitkichern. Herrlich. Lubov Karetnikova zeigt sich jugendlich. Ihr heller Sopran und die Unaufgeregtheit lässt sie natürlich und durchaus selbstbewusst erscheinen. Marc Hightower hat als Bariton wieder eine Paraderolle. Gibt es eigentlich eine, die er nicht authentisch verkörpert? Stan Meus braucht in seiner Rolle als Tenor sich nicht zu verstellen. Er spielt sich selbst und begeistert durch ein beachtliches Volumen der Stimme.
Großer Spaß und Spielfreude machten letztendlich den Erfolg dieser Vorstellung aus. Allen Darstellern gelang es, diesem stereotypischen Inhalt ein Schnippchen zu schlagen und die Ideen der Regie auf sehr originelle und sehenswerte Weise einem begeisterten Publikum zu präsentieren.
Der Opernfreund.de, Inge Kutsche, 12.01.2026
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